Motivation


"Erzähl mir etwas, und ich vergesse es.
Zeig mir etwas, und ich erinnere mich.
Lass es mich tun, und ich verstehe."


Konfuzius, Chinesischer Philosoph 551-479 v.Chr.



Ergebnisse der Neurodidaktik bestätigen, was Sprichwörter seit über zweitausend Jahren postulieren. Wissenszuwachs sollte stets mit einer Handlung verbunden sein. Nicht umsonst forderte schon Pestalozzi in seiner Idee der Elementarbildung ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Auf diese Weise kann sich das Individuum seine Umwelt besser erschließen. Alltagsphänomene deuten und verstehen sollte ein zentraler Aspekt des modernen Chemieunterrichts sein. Allerdings wird den Schülern und Schülerinnen zu selten die Gelegenheit gegeben die theoretischen Inhalte des Chemieunterrichts auf alltägliche Situationen anzuwenden. Auch das praktische und selbstständige Arbeiten wird im straffen Unterrichtsgeschehen, beim vermitteln theoretischer Grundlagen, häufig vernachlässigt. Gerade diese Theorielast sollte sich nicht noch zusätzlich auf die Hausaufgaben ausweiten. Sie führt zu Überforderung und Motivationsverlust auf Seiten der SuS. Das Ausführen von Experimenten im häuslichen Umfeld gewährleistet, dass theoretische Hintergründe einen sinnvollen Bezug erhalten. Sie führen weg vom Schreibtisch hin zum kreativen, selbstständigen Arbeiten und können so Begeisterung für naturwissenschaftliches Arbeiten außerhalb des Klassenraumes hervorrufen. Die Diskrepanz zwischen dem Experimentieren im Unterricht und den vertrauten häuslichen Prozessen, kann durch diese Form der Hausaufgabenstellung vermindert werden. Gerade Themeninhalte der Oberstufenchemie bieten dafür Spielraum. Besonders die obligatorischen Unterrichtsinhalte der Einführungsphase 2, der Qualifikationsphase 1,2 und 4 schaffen Möglichkeiten zur Vernetzung der Chemie in der Lebenswelt. Darunter fallen unter anderem Einzelthemen, wie Alkanole, Alkansäuren, Fette, Kohlenhydrate, Polypeptide, grenzflächenaktive Substanzen und Farbstoffe. Überdies wird die organische Chemie erst in der Oberstufe behandelt, ohne deren Grundkenntnisse eine Deutung der Versuchsergebnisse nicht möglich ist. Zudem sind für das unbeaufsichtigte Experimentieren zu Hause Oberstufenschüler am qualifiziertesten. Auch im Hinblick auf die bevorstehende weitere Ausbildung der SuS, können experimentelle Hausaufgaben eine Orientierungshilfe sein, da sie die Interessensbildung fördern. Unter Berücksichtigung aller dieser Faktoren wurde eine Versuchsauswahl getroffen, die lehrplanorientiert möglichst viele Themenbereiche abdeckt.