Cholesterin

Als Hauptvertreter der Zoosterine ist Cholesterin in allen Organen verbreitet: Im Großhirn (etwa 10% der Trockensubstanz), in Nervenzellen, Nebennieren und Haut. Das Blut enthält 0,15–0,25%, das Herz 2% Cholesterin (Höchstmenge um das 60. Lebensjahr). Insgesamt enthält der menschliche Körper durchschnittlich 0,32% Cholesterin, teils frei, teils mit Fettsäuren verestert; die Ester rechnet man den Blutfetten zu. Täglich werden im Körper des Erwachsenen ca. 1–2g Cholesterin synthetisiert.
Je 100g Nahrungsmittel enthält Cholesterin in mg: Butter 244, Margarine 186 (Pflanzliche Margarine enthält kein Cholesterin. Vorsicht: Bei den käuflichen Produkten wird mit dem Prädikat „cholesterinfrei“ geworben. Tatsache aber ist, daß man Cholesterin nachweisen kann, wenn Milchfett in der Margarine verarbeitet ist), Rindfleisch 90, Schweinefleisch 99, Kabeljau 58, Schellfisch 64, Lebertran 570. In geringen Mengen tritt Cholesterin auch in pflanzlichen Fetten auf.
Cholesterin ist die biogenetische Vorstufe der Gallensäuren (Hauptabbauweg für Cholesterin) und Steroid-Hormone.
Das zu den Lipiden gerechnete Cholesterin ist neben Phospho- und Glykolipiden wichtiger Bestandteil von Biomembranen.
Cholesterin spielt im Organismus auch eine Rolle als Hautschutzsubstanz, Quellungsregulator, Nervenisolator und dergleichen.
Durch falsche Ernährung, aber auch durch bestimmte Enzym- od. Rezeptordefekte können pathologisch erhöhte Cholesterin-Spiegel im Serum entstehen (Hypercholesterinämie. Diese erachtet man als mitverantwortlich für die Entstehung der gefährlichen Arteriosklerose, bei der sich cholesterinreiche Ablagerungen an Arterienwänden bilden. [siehe Exkurs: Blutfett, Arteriosklerose und Cholesterin]
Cholesterin wird als Emulgator für kosmetische und pharmazeutische Präparate, Textilwaren, Lederpflegemittel und dergleichen verwendet. Es ist Bestandteil von Haarwuchsmitteln, Ausgangsmaterial für die Vitamin-D-Synthese u.a. Steroide.
Die Entdeckung des Cholesterin in Gallensteinen (ca. 1770) wird verschiedenen Autoren zugeschrieben. Chevreul versuchte 1812 vergeblich, Cholesterin zu verseifen und prägte den Namen (von griech.: chole = Galle und stereos = starr), von dem sich die Gattungsbezeichnung Sterine herleitet.
Cholesterin wird qualitativ durch Liebermann-Burchard-Reaktion nachgewiesen.
 


Versuch 5: Nachweis von Cholesterol nach Liebermann-Burchard

Chemikalien:

Margarine, Chloroform (getrocknet über Molekularsieb 4A), Essigsäureanhydrid, konz. Schwefelsäure

Durchführung:

Eine große Spatelspitze Margarine wird in 20ml Chloroform im Demoreagenzglas gelöst und dazu werden 20ml Essigsäure-anhydrid gegeben. Es wird tropfenweise mit konz. Schwefelsäure versetzt.

Beobachtung:
Nach Zugabe der konz. Schwefelsäure färbt sich der Ansatz intensiv grünblau.

Erklärung:
Vereinfacht


 
 

Als Ergebnis entstehen Polyene bzw. deren Carbeniumionen.

[Vgl. Theorie zu Versuch 3.]

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