


Durch den Angriff des Permanganatanions an der Doppelbindung im Cyclohexen kommt es zur Bildung eines zyklischen Mangan-(5)-säureesters. Dieser Ester wird im zweiten Reaktionsschritt hydrolysiert. Durch die Geometrie des gebildeten Esters ist die Bildung des (Z)-Produkts sichergestellt.
Die entstehende Mangan-(V)-säure disproportioniert. Aus der großen Anzahl der möglichen Reaktionen verschiedener Manganspezies ist nur eine Möglichkeit exemplarisch formuliert:

Die oben beschriebene Reaktion kann auch als Vorprobe in der organischen Analytik eingesetzt werden. Die Entfärbung einer sehr stark verdünnten Permangant-Lösung nach Zugabe zur zu prüfenden Substanz deutet auf das Vorhandensein von Doppelbindungen hin. Diese Probe ist allerding nicht sehr spezifisch. Sie wurde von Adolf von Baeyer (1845-1917, Indigo-Patent 1880) eingeführt.
Ein großer Nachteil dieser Reaktion ist die mögliche Weiteroxidation des gewünschten 1,2-Diols durch noch nicht umgesetztes Permangant. Aus diesem Grund ist die Reaktionsmischung auch zu kühlen. Selektiver verläuft die Umsetzung, wenn statt Permanganat Osmium-(VIII)-Oxid verwendet wird. Wegen seines hohen Preises wird OsO4 allerdings in der Regel nur in katalytischen Mengen zugesetzt. Als eigentliche Oxidationsmittel können Wasserstoffperoxid oder N-Methyl-morpholin-N-oxid eingesetzt werden. Die Umsetzung mit N-Methyl-morpholin-N-oxid ist dabei wesentlich schonender, da durch Wasserstoffperoxid auch andere funktionelle Gruppen angegriffen werden könnten.
N-Methyl-morpholin-N-oxid: